Burschenschaft Normannia-Leipzig zu Marburg

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Deutsche Burschenschaft

Die Deutsche Burschenschaft ist heute ein Verband mit etwa 15.000 jungen und alten Mitgliedern in mehr als 120 Burschenschaften. Mitglied in einer Burschenschaft zu werden ist mehr als nur einem Verein beizutreten. Es bedeutet vor allem die freiwillige Verpflichtung, sich für ideelle Ziele einzusetzen, die im Wahlspruch der Deutschen Burschenschaft "Ehre - Freiheit - Vaterland" umrissen werden.

 

Darüber hinaus ist es gerade in der heutigen Zeit für jeden aufgeschlossenen Studenten bedeutsam, sich neben dem Studium an der Universität auch mit ideellen Wertvorstellungen auseinanderzusetzen und sich eine fächerübergreifende Allgemeinbildung anzueignen. Die Universitäten, die sich zu Massenausbildungsstätten entwickelt haben, bieten hierzu wenig Chancen. In einer Gemeinschaft dagegen ergeben sich vielfältige Möglichkeiten geistiger Anregungen auf allen Ebenen. Junge und alte Burschenschafter, die "Aktiven" und "Alten Herren", bleiben auch nach dem Studienabschluß als "Bundesbrüder" freundschaftlich fest verbunden. Dies führt zu einem ständigen lebendigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen jung und alt, zwischen Fakultäten und Berufen. Der junge Burschenschafter erweitert dadurch fächerübergreifend seinen Horizont und formt seine Persönlichkeit.

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Abb. 1: Wappen der Deutschen Burschenschaft

Das sind Voraussetzungen für die spätere verantwortungsbewußte Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben. Ein erfolgreiches Studium und sinnvoll verbrachte Freizeit gehören in den Burschenschaften zusammen. Je nach Ausrichtung der jeweiligen Universität und Interessenlage der aktiven studierenden Mitglieder bieten die Burschenschaften ein weitgespanntes Betätigungsfeld. Gesellige Veranstaltungen verschiedenster Art, Diskussionsabende und sportliche Aktivitäten gehören ebenso dazu wie gemeinsam verbrachte Freizeit. Steriler Formalismus ist nicht nach dem Geschmack der Burschenschafter. So wenig wie Kommerse und Kneipen Saufgelage sind, sondern eine harmonische Mischung aus akademischer Feierstunde und geselligem Beisammensein, sowenig erschöpft sich das Leben von Verbindungsstudenten im sturen "Abarbeiten" strenger Regeln. Fröhliche Geselligkeit in oft spontanen Veranstaltungen steht im Wechsel mit intensiver Auseinandersetzung mit Fragen unserer Zeit. Seminare und Exkursionen runden dieses Bild ab.

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Abb. 2: Chargen beim AfbA-Seminar in Rüdesheim

Demokratie von der Basis bis zur SpitzeDie Demokratie ist das allgegenwärtige Prinzip im Umgang miteinander - im Freundeskreis, bei Vorträgen, bei Diskussionen und vielen anderen Gelegenheiten, denn der innere Aufbau der burschenschaftlichen Verbindungen, in denen sich die Prinzipien des miteinander und voneinander Lernens im Geiste gegenseitiger Achtung widerspiegeln, ist gelebte Demokratie seit dem Jahre 1815. Auf ihren regelmäßigen Zusammenkünften, den sogenannten Konventen, regeln die Mitglieder jeder Burschenschaft alle Angelegenheiten ihrer Gemeinschaft. Während des Studiums sind die Mitglieder einer Burschenschaft gehalten, semesterweise wechselnd Führungsaufgaben zu übernehmen. Dabei sind sie für ihr Handeln jederzeit dem Konvent gegenüber verantwortlich. Diese demokratische Struktur setzt sich in allen Gremien der Deutschen Burschenschaft bis hin zum obersten Organ des Verbandes, dem jährlich einmal tagenden Burschentag, fort.

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Abb. 3: Gruppenfoto beim Burschentag auf der Wartburg

Der Burschentag spiegelt das demokratische Prinzip der einzelnen Mitgliedsvereinigungen der Deutschen Burschenschaft auf der Ebene des Verbandes wider. Er ist die jährlich einmal tagende Versammlung aller Burschenschaften, bei der die Aktiven und die Alten Herren gleichberechtigt vertreten sind. Der Burschentag wählt die ehrenamtlich tätigen Amtsträger und Organe und bestimmt die Leitlinien der Verbandsarbeit. Man kann ihn als das Parlament der Burschenschaften bezeichnen. Darüber hinaus bietet der Burschentag aber auch die Gelegenheit, neue Kontakte zu anderen Burschenschaftern von Universitäten der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich zu knüpfen.

Daher gilt der Burschentag auch als Treffpunkt von Freunden und Studienkollegen; hierzu bieten gerade die geselligen Veranstaltungen im Rahmen dieser Tagung eine geeignete und vielfach genutzte Gelegenheit. Schlußendlich sei gesagt, daß die politische Ausrichtung der Burschenschaften nicht vergessen lassen darf, daß es sich bei den Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft um typische Studentenverbindungen handelt mit aus Tradition gewachsenen und bewährten Lebensformen.


In Verfolgung der burschenschaftlichen Ideale gibt es für die Deutsche Burschenschaft keine Bindung an eine bestimmte politische Partei oder politische Gruppe. Hier ist jeder Burschenschafter frei, sich im Rahmen der im Wahlspruch ausgedrückten Grundsätze frei zu entscheiden. Diese Ideale der Burschenschafter sind Grundwerte, die keinem ständigen Wandel unterliegen. Sich zu ihnen zu bekennen, bedeutet oft genug, allen Anfeindungen zum Trotz nicht den bequemen Weg der Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist zu gehen. Für jeden Burschenschafter sind die Ideale in knapper Form im Wahlspruch der Deutschen Burschenschaft ausgedrückt: Ehre - Freiheit - Vaterland.

Ehre


Jeder Burschenschafter soll seine Gedanken, sein Reden und Handeln nach den Wertbegriffen der Lauterkeit, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit ausrichten und mit seiner ganzen Person dafür eintreten, ohne daß er für sich eine besondere, ihn über andere heraushebende Ehrenhaftigkeit in Anspruch nimmt. Die Würde anderer ebenso zu schützen und zu verteidigen wie die eigene ist für den Burschenschafter Ehrenpflicht.


Freiheit

Auf dieser moralischen Grundlage der Ehre ist die Freiheit das Ziel, dem das burschenschaftliche Handeln dient. Persönliche, politische und akademische Freiheit können nicht ohne die Freiheit des Geistes und die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Denkens erreicht werden. Hierzu gehören ein offenes Bekenntnis und voller persönlicher Einsatz für die Freiheit. Fehlt es daran, wird Freiheit nicht erreichbar sein, und dort, wo sie besteht, wird sie untergehen. Freiheit erschöpft sich für den Burschenschafter nicht in persönlicher Freiheit, sondern erhält ihre weitere Bedeutung durch die verantwortliche Mitarbeit am Gemeinwesen.


Vaterland

Moralische Voraussetzung und grundsätzliche politische Forderung werden im Wahlspruch ergänzt durch die ausdrückliche Verpflichtung zum Einsatz für das Vaterland. Die Deutsche Burschenschaft sieht das deutsche Vaterland unabhängig von staatlichen Grenzen in einem freien und einigen Europa, welches Osteuropa einschließt. Sie setzt sich für eine enge Verbundenheit aller Teile des deutschen Volkes in Freiheit ein. Der Einsatz für das eigene Vaterland gebietet ebenso die Achtung der Freiheit und des Selbstbestimmungsrechtes anderer Völker. Deshalb setzt sich die Deutsche Burschenschaft aktiv dafür ein, daß in einem freien Europa den Angehörigen aller Völker, insbesondere auch allen deutschen Volksgruppen in anderen Staaten, die uneingeschränkte kulturelle Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird.

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Abb. 4: Festkommers beim Burschentag in Eisenach


Quelle: http://burschenschaft.de/portrait/portrait.htm