Burschenschaft Normannia-Leipzig zu Marburg

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Die Mensur


Normannen haben allzeit eine gute Klinge geschlagen und werden es auch in der Zukunft tun!

Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Teutsch, Bischof der Evangelischen Landeskirche in Rumänien, Alter Herr Normannias



Die Burschenschaft Normannia-Leipzig zu Marburg ist eine schlagende Verbindung, ihre Mitglieder bekennen sich zur Bestimmungsmensur. Jedes Mitglied muß mindestens vier Mensuren fechten.

Was aber ist nun die Mensur eigentlich?


„Mensur“ bezeichnet eigentlich den körperlichen Abstand zwischen den beiden Paukanten (Fechtern), steht jedoch heute allgemein als Begriff für das studentische Fechten.

Das akademische Fechten hat seine Ursprünge im ausgehenden Mittelalter. Zu dieser Zeit führten die Studenten in der Regel Waffen. Das war aufgrund der langen und unsicheren Reisewege notwendig.

Im Laufe der Zeit kam in Deutschland das „romanische“ Stoßfechten auf, das aufgrund seiner Gefährlichkeit seit dem Ende des 18. Jahrhunderts vom „germanischen“ Hiebfechten abgelöst wurde. Die Mensur war bis ins 19. Jahrhundert „beweglich“, d. h., der Abstand zwischen zwei Fechtern war so groß, daß nur durch Ausfallschritte der Gegner erreicht werden konnte. Die Fechtkunst erreichte ein hohes Niveau und es wurde viel Wert auf Parieren und Ausweichen gelegt. Diese Auffassung sollte sich ab etwa 1835 jedoch ändern. Die Stellung der Paukanten war nunmehr starr, sie standen sich meist in paralleler oder leicht spitzer Stellung gegenüber. Die Schutzausrüstung des Fechters wurde weiter verstärkt: Halsbinde, Paukweste, Armstulp und Paukbrille sollten gefährlichere Verletzungen ausschließen, nur Kopf und Gesicht blieben Trefferfläche. Betont wurde bei dieser, bis heute gepflegten Mensur vor allem das „Stehenbleiben“, das Erwarten und Parieren des Hiebes ohne sonstige körperliche Reaktion. Jeder Hieb mußte pariert werden, Zurückgehen oder dem Hieb ausweichen („Mucken“) waren und sind verschrien. Es kommt darauf an, für sich und seine Verbindung zu stehen, Selbstbeherrschung und Charakter, ein starker Wille, Haltung, Sicherheit im Auftreten, Mut und Festigkeit sollen gezeigt werden.

Neben der äußeren Form haben sich die Gründe für das Zustandekommen einer Mensur mit der Zeit erheblich verändert. Während früher allein schon ein Zuruf oder eine Beleidigung reichten, um ein Gefecht zwischen Studenten gleich an Ort und Stelle herbeizuführen, werden Mensuren heute zwischen den einzelnen schlagenden Verbindungen vereinbart und laufen nach festen, je nach Hochschulort auch voneinander abweichenden Regeln, dem Comment, ab.

Es stehen dem Paukanten jeweils ein Sekundant und ein Testant zur Seite, die für die Einhaltung des Comments sorgen und auf die Sicherung des Paukanten durch seine Schutzkleidung achten. Die Mensur hat damit erheblich von ihrer Gefährlichkeit verloren.

Außer acht gelassen werden darf nicht der Unterschied zwischen Duell und Mensur. Während das Duell zur Austragung von Ehrenstreitigkeiten diente und stets verboten war, entwickelte sich die Mensur eher zum „ritterlichen Kampfspiel“. Seit 1945 haben alle waffenstudentischen Verbände das Duell zur Bereinigung von Ehrenstreitigkeiten aufgegeben.

Die Mensur allerdings erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Sie bietet eine hohe charakterliche Schulung und setzt voraus, daß der Paukant gewillt ist, auch auf die Gefahr einer Verletzung hin, sich lebenslang für seine Ideale und die seiner Verbindung einzusetzen. Er tritt also nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten für seinen Bund ein, er hält sprichwörtlich „den Kopf hin“. Hinzu kommt das verbindende Element der Kameradschaft, daß sich nur dem Waffenstudenten im Kreise seiner Bundesbrüder erschließt, wenn er einmal diese physische wie psychische Ausnahmesituation gemeistert hat.

Wer bereit ist, sich so hart und bedingungslos einer Gemeinschaft anzuschließen, ist es wert, bedingungslos während seines ganzen Lebens in diese Gemeinschaft aufgenommen zu werden.

Bestehen noch Fragen zur Mensur oder möchtest Du einmal einer Pauk(Übungs-)stunde beiwohnen? Dann kontaktiere uns. Du bist uns jederzeit herzlich willkommen!